Karfreitag – für unsere Sünden gestorben (K.D.)

 
 
Liebe Gemeinde


Niemand von uns ist "Schuld" an dem Ausbruch der Covid 19-Pandmie und niemand kann dafür haftbar gemacht werden, wenn er unwissend eine andere ansteckt und so der Infizierung und Ausbreitung Vorschub leistet. Wir leben ungefragt in einem globalen Zusammenhang, der uns im Griff hat – und den wir nicht beherrschen. Wir sind ausgeliefert und nicht Herren des Geschehens. Das ist bitter. Wir erleben uns verstrickt in Verhältnisse, die zu Erkrankungen und tausenden Toten führen.

Es wäre weltfremd, wenn eine einzelne oder ein einzelner meinte, sich allein daraus befreien zu können. Wir bleiben Teil eines Zusammenhanges, der voller Schaden und Verderben für viele ist. Und wir werden die Folgen unserer Verstrickung in den kommenden Monaten und Jahren spüren, ungerechterweise die einen sehr stark und manche kaum.

Für mich heißt "an Jesus Christus glauben" glauben, dass es auch einen Weg aus diesem Schuldzusammenhang und der Aufrechnung von Leiden und Verantwortlichkeiten gibt.

Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. So heißt es in der alttestamentlichen Lesung für Karfreitag (Jes. 53,4)

Wir können die "Schuld" an der chaotischen gesellschaftlichen Lage nicht aufeinander abwälzen, auch nicht auf die Bundesregierung, die Chinesen, die Amerikaner, die Virologen oder irgendeinen vermeintlichen Verantwortlichen. Wir sind gemeinsam hineingezogen.

Und deshalb ist der Glaube, dass einer die Sünde dieser Welt getragen hat und trägt, ohne dass die Menschen sich gegenseitig zerfleischen, anprangern und mit Vorwürfen überziehen müssten, voller Kraft. Es lohnt nicht, einander an die Gurgel zu gehen, wie es der amerikanische Präsident mit jedem Hals, den er sieht, versucht, nur um sich selbst aus der Verantwortung stehlen zu können.

Viel wichtiger ist es zu sagen: wir sind alle in einem Schuldzusammenhang, aus dem wir Christen glauben dürfen erlöst zu sein: um frei und hoffnungsfroh neu und weiter zu leben – auch in chaotischen Zeiten. Wir brauchen uns nicht aufzuhalten mit Schuldvorwürfen und -zuweisungen. Dafür ist die Zeit zu knapp und zu kostbar.

Ich will versuchen das Richtige zu tun und solidarisch mit anderen leben; denn die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten. Gern möchte ich mit Ihnen allen in diesem Frieden gemeinsam durch die Pandemie leben.

Pfarrer Karsten Dierks
 
 
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